Lingue di cultura in pericolo – Bedrohte Wissenschaftssprachen L’italiano e il tedesco di fronte alla sfida dell’internazionalizzazione – Deutsch und Italienisch vor den Herausforderungen der Internationalisierung
Curatela
Data di Pubblicazione:
2011
Citazione:
Lingue di cultura in pericolo – Bedrohte Wissenschaftssprachen L’italiano e il tedesco di fronte alla sfida dell’internazionalizzazione – Deutsch und Italienisch vor den Herausforderungen der Internationalisierung / Hornung, Antonie. - STAMPA. - (2011), pp. 1-314.
Abstract:
Seit Jahren erleben wir als nicht-englischsprachige Lehrende und Forschende einen zunehmenden Prozess der Marginalisierung, in dem wir gezwungen werden, uns entweder der Mainstreambewegung zu ergeben oder uns mit einer Randexistenz zu arrangieren, in der unsere Forschungsergebnisse in kleinen Auflagen erscheinen und von der anglofon infizierten Welt nicht wahrgenommen werden. Neben der einseitigen Förderung des Englischen als Studiensprache, und zwar dadurch, dass man es in Sprachstudiengängen für obligatorisch erklärt, sind unsere Universitäten und die hinter ihnen stehenden Bildungsbürokratien dazu übergegangen, lediglich Englisch großflächig auch für den akademischen Unterricht als Unterrichtssprache und ohne jede Rücksicht auf mögliche Verluste zu propagieren. Die Fragen, wie sich derart schier irreversibel erscheinende Prozesse auf die Rolle der deutschen und der italienischen Sprache in der europäischen akademischen Bildungslandschaft auswirken, welche besonderen Qualitäten dieser beiden traditionsreichen Wissenschaftssprachen dabei verloren gehen könnten und wie sich Studierende angesichts solcher Bedingungen verhalten, sind Gegenstand des hier vorliegenden Bandes. Eine erste Gruppe von Arbeiten beschäftigt sich mit diesen Entwicklungen in ihrer prinzipiellen Dimension und mit einigen ihrer regionalen Konsequenzen. Emilia Calaresu vergleicht in ihrem Beitrag den Trend zu einer einzigen Verkehrssprache auf Sardinien, einer einst blühenden Mehrsprachigkeitsregion, mit der Monolingualisierung der internationalen Wissenschaftskommunikation durch den Primat des Englischen. Dieser Vergleich höchst ungleicher Kommunikationssituationen entlarvt die herrschenden Sprachgebrauchstendenzen als einen Habitus der modernen Globalgesellschaft, der sich an Praktikabilität und Eigennutzen orientiert und echte Mehrsprachigkeit einem wie auch immer begründeten sprachbezogenen Prestigedenken opfert. Dass die Forderung nach einer einzigen Sprache für Europa längerfristig zu einer Pidginisierung der zahlreichen europäischen Sprachen und zum Tod großer Wissenschaftssprachen führen wird, zeigt Konrad Ehlich überzeugend auf. Beide kritisieren die Hohlheit der offiziellen Mehrsprachigkeitsrhetorik und schlagen Maßnahmen vor, die einen wissenschaftlichen Dialog unter Verschiedensprachigen ermöglichen, ohne dass die Mehrheit auf ihr Recht, die eigene Wissenschaftssprache zur Darstellung ihrer Forschungsergebnisse zu gebrauchen, verzichten muss. Die Entwicklungen in Ungarn, die Ilona Feld-Knapp nachzeichnet, wie auch die von Ernesta Raciene skizzierte Sprachsituation in Litauen bestätigen die düsteren Prognosen der ersten Beiträge. Beide, Vertreterinnen einer Universitätskultur, in der die deutsche Sprache den zentralen Platz, den sie über lange Zeit innehatte, inzwischen an das Englische verloren hat und nun ums akademische Überleben kämpft, machen, indem sie in durchaus unterschiedlichen institutionellen Kontexten die gleiche Entwicklung beobachten, die Fragwürdigkeit der Abhängigkeit der Bildungssysteme von politökonomisch-gesellschaftlichen Prämissen zum Gegenstand kritischer Diskussion. Dass Zweisprachigkeit allerdings ein schöner Schein bleibt, wenn sie nicht aktiv gepflegt wird, belegen die Ergebnisse der Untersuchungen Ernst Kretschmers zur Zweisprachigkeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Italien.Eine zweite Gruppe von Beiträgen widmet sich aus unterschiedlicher Perspektive der Frage, welche Gründe sich aus der deutschen und der italienischen Wissenschaftskultur dafür ableiten lassen, dass Deutsch und Italienisch an Höheren Schulen und Universitäten nach wie vor gelehrt und studiert werden sollten. Hierzu finden sich einerseits komparative Arbeiten, die den Charakteristika der deutschen und de
Tipologia CRIS:
Curatela
Keywords:
Multilingualism in Sciences; Endangered Scientific Languages; Motivation for Multilingual Studies
Elenco autori:
Hornung, Antonie
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